Sanierungsverfahren

Abhängig von Lage und Art der Schäden kommen bei der Sanierung unterschiedliche Verfahren zum Einsatz.
Zu den gängigsten Verfahren zählen Inliner- und Relinerverfahren, die oftmals ohne Aufgrabung auskommen. Dabei werden Rohrteile oder komplette Rohre durch Einziehen eines Kunstharzschlauches abgedichtet. Schadhafte Stellen können von innen mit Hilfe eines Roboters erneut abgedichtet werden. Beim Berstlining wird das alte Rohr zunächst aufgebrochen und direkt ein neues Rohr verlegt.

Oftmals bietet ein Mix der unterschiedlichen Verfahren die effizienteste Lösung. Bei Beauftragung der ITV mit der Sanierung läßt diese die Baumaßnahmen durch die STG Braunsberg Gmbh durchführen. Dieses Unternehmen besitzt über 50 Jahre Erfahrung in den Bereichen Straßen-, Tief- und Kanalbau.

offene Bauweise ( Austausch der schadhaften Rohre )

Die erste und nächstliegende ist natürlich die Erneuerung der Leitung und ggf. der zugehörigen Schächte in herkömmlicher offener Bauweise. Zwar ist ein Neubau grundsätzlich die konsequenteste Lösung, aber offene Bauarbeiten sind meist unerwünscht und oft gar nicht möglich, etwa z.B. unter der Bodenplatte des Hauses. Unter Umständen sind sie auch gegenüber geschlossenen Sanierungsverfahren teurer.

Schlauchliner

Wenn das Grundleitungssystem von mindestens einer Seite aus zugänglich ist, lassen sich defekte Leitungen häufig (und bei geeignetem Schadensbild) durch eine Gewebeauskleidung sanieren. Ein mit Kunstharz getränkter Schlauch aus Polyesterfaser oder Nadelfilz (ein „Liner") wird mit Luft- oder Wasserdruck so in die Leitung eingestülpt und aufgeweitet, dass er an der Rohrwand überall dicht und bei sachgerechtem Einsatz und Einbau auch weitestgehend faltenfrei anliegt. Durch Aushärtung des schnell reagierenden Kunstharzes wird aus dem Schlauch nach kurzer Zeit (1 bis 5 Stunden, je nach Härtungstechnik) ein „Rohr im Rohr".

partielle Liner

Ein ähnliches Ergebnis wie beim Schlauchlining erzielt man mit kunstharzgetränkten Glaslaminat-Matten, die um eine flexible Rohrblase gewickelt werden, die man dann in die Leitung einschiebt. Dort bläst man die Rohrblase auf, und presst damit die Glaslaminatmatte rundum an die Rohrwand. Anschließend erfolgt auch hier in kürzester Zeit eine Aushärtung. Schließlich wird die Rohrblase wieder gezogen und die Leitung kann wieder in Betrieb gesetzt werden.

Fräs- und Spachtelarbeiten mit Roboter

Die Leitung wird mit einem ferngesteuerter Roboter von innen saniert. Hierdurch können punktuell Bohr-, Fräs-, Injektions- und Spachtelarbeiten durchgeführt werden.

Flutungsverfahren

Hierbei werden in zwei aufeinander folgenden Arbeitsschritten unterschiedliche Substanzen in die Haltung eingespült. Durch Undichtigkeiten und Leckagen in der Leitung dringen die Substanzen in das umliegende Erdreich. Durch eine chemische Reaktion kommt es dort zu einer Verfestigung und somit zu einer Abdichtung der Leitung von außen.

Installationsarbeiten durch Abhängen von vorhandenen Leitungen

Hat das Gebäude einen Keller, sollte in diesem Fall das defekte Leitungssystem unter der Bodenplatte stillgelegt und durch ein neues, unter der Kellerdecke abgehängtes Leitungssystem ersetzt werden. Diese Lösung bietet zudem künftig eine optimale Kontrolle und Zugänglichkeit der Abwasserleitungen und ist gemäß DIN 1986-100 inzwischen auch anerkannte Regel der Technik für den Neubau. Unter Umständen lässt sich auch ein Leitungssystem in der Bodenplatte selbst verlegen, was aber einen Eingriff in die Bodenplatte voraussetzt. Hat das Gebäude gar keinen Keller oder wird das Leitungssystem unter der Kellerdecke abgelehnt, bleibt zu prüfen, ob eine Abdichtung durch ein Flutungsverfahren zum gewünschten Erfolg führt.


 

Dichtheitsprüfung (Siehe Normen)

Verfahren:

mit Luftdruck nach DIN EN 1610

mit Wasser nach Füllstandsprüfung nach DIN 1986

als optische Prüfung

Normen

DIN 1986
Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke
Teil 30:
Instandhaltung
 
DWA Merkblatt M 143 Teil 6
Inspektion, Instandsetzung, Sanierung und Erneuerung von Abwasserkanälen und -leitungen
Teil 6:
Dichtheitsprüfung bestehender, erdüberschütteter Abwasserleitungen und -kanäle mit Wasser, Luftüber- und -unterdruck
 
DWA Arbeitsblatt A 142
Abwasserkanäle und -leitungen in Wassergewinnungsgebieten EN 1610
Verlegung und Prüfung von Abwasserleitungen und -kanälen
 
DIN EN 12889
Grabenlose Verlegung und Prüfung von Abwasserleitungen und -kanälen
 
DWA Arbeitsblatt A 139
Einbau und Prüfung von Abwasserleitungen und -kanälen
 
DWA Arbeitsblatt A 142
Abwasserkanäle und -leitungen in Wassergewinnungsgebieten

DIN NORMEN FÜR DIE KANALINSPEKTION DIN EN 13508 (europäische Norm)
Zustand von Entwässerungssystemen außerhalb von Gebäuden
Teil 2:
Kodiersystem für die optische Inspektion  
 
DWA M 149 (nationale Norm zur DIN EN 13508)
Teil 3:
Zustandsklassifizierung und Zustandsbewertung von Abwasserkanälen und -leitungen  
 
ATV M 143
Teil 1,2:
entspricht derzeit:
DWA A 143
Inspektion, Instandsetzung, Sanierung und Erneuerung von Abwasserkanälen und-leitungen
Teil 1:
Grundlagen
Teil 2:
Optische Inspektion
 
ATV M 149
Zustandsklassifizierung und Zustandsbewertung von Abwasserkanälen und -Leitungen

 

Zertifizierung

Ziel aller vorangegangenen Tätigkeiten ist das Dichtheitszertifikat.